ganz persönlich - Mark Hauser

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

ganz persönlich

My passion for Jazz

Mark Hausers Passion

Was geht in dir vor, wenn deine Faszination beim Saxspielen zum Tragen kommt?   

Mark:
Ich würde es so sagen: Es gibt Momente, da können mich meine Solos zu Tränen rühren, weil sie so gut gelungen sind; weil jede Note sitzt und weil das Solo mich selbst zu tiefst berührt.
Jazzpress: Was heisst das, wenn dich etwas zu tiefst berührt?
Mark:   Es greift total in meine Gefühlswelt ein und ich kann exakt das ausdrücken, wie ich mich im jeweiligen Moment fühle: aggressive, traurig, glücklich, nachdenklich. Ich will aber keinen transzendentalen Zustand erreichen. Ich bin bei meinem Instrument Chef und ich will es von A-Z kontrollieren, vergleichbar mit einem Formel-1-Fahrer. Total fokussiert und hoch konzentriert. Es dürfen keine Fehler passieren. So ist es bei mir und meinem Instrument. Geschwindigkeit, Technik, Ansatz: alles muss exakt stimmen und ich will immer ins Extreme gehen. Ohne dass ich hundert Prozent Kontrolle ausübe, gelingt dies nicht. Ich mache die Augen nie zu wenn ich Solos spiele oder improvisiere. Ich bin im Hier und Jetzt.
Wenn ich meine eigenen Grenzen überschreite, so mache ich einen riesigen Bogen und die Zuschauer staunen. Sie sind es, die die Augen zu machen und den Sound auf sich wirken lassen. Und das gibt mir das, was ich brauche: wenn ich Leute bezaubern kann.

Jazzpress:
Das heisst also, dass du das Publikum eher in einen Zustand versetzen willst, der jenseits des Diesseits ist?
Mark: Ja, das ist was ich will. Du bringst es auf den Punkt. Es geht nicht um mich. Ich will arbeiten. Und ich bin viel zu ehrgeizig als dass ich die Kontrolle aus der Hand geben will. Ich will immer ans Extreme mit meinem Instrument. Weisst du was mir durch den Kopf geht, wenn ich einen solchen Bogen mache?
Jazzpress: Nein.
Mark: Ich frage mich, ob ich noch einen drauf setzen kann. Da wird sofort klar: ich will doch nicht im Unterbewusstseinszustand sein. Da verpasse ich ja alles. Wenn ich die Kontrolle verlieren würde, so ist das für mich wie wenn ich ohnmächtig würde und danach retour komme und mich frage: was war das für ein Solo gewesen? Das wäre katastrophal für mich. Ich bin anders. Ich will genau analysieren was ich gemacht habe und daraus lernen.
Jazzpress: Man könnte also sagen, du lebst nach dem Motto: It’s not about you. It’s about what you mean to your audience.
Mark: Yes, exactly that’s what I mean.



 
 
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü